Australien,

dem Ruf der Aborigines folgend ...

Termite

(Isoptera)

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Die Termite kommt eigentlich fast überall in Australien vor, hauptsächlich jedoch in trockenen Gebieten. Besonders auffällig sind ihre Bauten, welche man schon von weitem erkennen kann. Im tropischen Norden stehen die höchsten Termitenhügel. Sie können bis zu 8m hoch werden. Sie werden von der Termitenart "Nasutitermes triodiae" gebaut, welche über weite Gebiete Nordaustraliens verbreitet ist.

Es existieren weltweit über 2000 Termitenarten. In Australien leben ca. 250 Arten. Gerade mal ein kleiner Teil von ihnen baut diese auffälligen Hügel. Viele leben in völlig unterirdischen Staaten oder in lebendem oder totem Holz. Ein Teil bauen auch Nester an Baumstämmen oder Felswänden. Diese bestehen aus Lehm oder einer kartonähnlichen Masse, welche aus zerkautem Holz hergestellt wird. Termiten, welche in Holz leben, können ganze Bauwerke zum Einsturz bringen. Dies geschieht dadurch, weil sie die Balken, in denen sie leben, völlig aushöhlen, ohne dass man von aussen etwas sehen kann.

Die meisten Termiten haben keine Augen. Sie sind total blind, und ihre Sinne sind auf Gerüche und Vibrationen spezialisiert. Da sie sehr lichtscheu sind und sowieso nur nachts ihre Bauten verlassen, brauchen sie auch gar keine Augen.

Die meisten Termiten haben eine gelblich-weisse Farbe. Bezeichnet werden sie manchmal auch als weisse Ameisen. Mit diesen haben sie jedoch nur eine Gemeinsamkeit. Nämlich, dass sie ebenfalls ein staatenbildendes Insekt sind. Die Termiten stammen von einer der ältesten Insektengruppen ab, der soziallebenden Schaben ab.

Bei den Termiten gibt es folgendes Kastensystem: Königin und König, welche den Nachwuchs bilden, geflügelte Geschlechtstiere (Männchen und Weibchen), blinde und geschlechtslose Soldaten und Arbeiter. Bei mehreren Termitenarten sind die Arbeiter noch nicht fertig entwickelte Tiere. Sie sind bloss Übergangsstadien. Diese können sich dann später in Soldaten oder Geschlechtstiere umwandeln. Vorallem zu Beginn der Regenzeit entstehen Mengen von geflügelten Geschlechtstieren. Diese verlassen das Nest dann in riesigen Schwärmen, wobei ein grosser Teil gleich von Vögeln oder anderen Insektenfressern gefangen wird. Diejenigen die übrig bleiben verlieren in kurzer Zeit ihre Flügel und senden Geruchssignale aus, wobei sie sich paarweise wiederfinden. Jedes dieser Paare versucht nun, einen neuen Staat zu gründen, indem es sich ein Loch in Erde oder Holz gräbt und sich paart. Das Weibchen legt kurze Zeit später die Eier, aus denen nach einigen Wochen die Jugnen schlüpfen; kleine schneeweisse, fixfertige Miniatur-Termiten.

In der Gegend von Darwin findet man die Bauten der Kompasstermiten, welche vor allem für Insektenbegeisterte Leute sehr interessant sind. Die Hügel stehen da wie grosse Grabsteine, und alle schauen exakt in dieselbe Richtung. Sie werden bis über drei Meter hoch und auch genauso lang. Durchschnittlich werden sie dafür nur etwa 10 - 20 cm breit. In ihrer Längsachse stehen sie genau in Nordsüd-Richtung. Aus diesem Grunde haben sie die Sonne am Morgen und am späteren Nachmittag auf der Breitseite, und somit wird das Nestinnere erwärmt. Mit der zunehmenden Hitze erfolgt die Einstrahlung auf der Schmalseite, dadurch nimmt der Strahleneinfluss um einiges ab. Dies bewirkt, dass die Temperatur im Innern des Hügels den ganzen Tag etwa gleich hoch ist. Sind die Termitenhügel eher rundlich, so ziehen sich die Termiten, welche diese Hügel bewohnen, über Mittag in tiefere oder von der Sonne abgewandte Regionen des Nestes zurück.

Verbreitung Termiten Ein Termitenhügel ist jedoch im Inneren um einiges interessanter als aussen. In ihnen können mehrere Millionen Tiere leben. Da ist es nicht verwunderlich, dass diese Bauten wie perfekte durchorganisierte Gebäude funktionieren. Die meisten dieser Hügel werden über 50 Jahre lang benützt und bewohnt. Die äussere Wand des Hügels ist lehmartig und besteht aus einer, von der Sonne hartgebackene, sehr widerstandsfähige Masse. Unter dieser Aussenwand verlaufen bei den meisten Arten viele vertikale Kanäle. Dies ist das Belüftungssystem. Die Kammer der Königin ist sehr dickwandig. Sie befindet sich im Zentrum des Hügels, etwa auf Bodenhöhe. Darüber befinden sich viele weitere Kammern. Diese sind durch Gänge miteinander verbunden. Die Brutkammern befinden sich rund um die Kammer der Königin. Von den Arbeiterinnen werden die Eier in diese Kammern getragen und dort werden auch die Jungen aufgezogen. Weiter nach aussen befinden sich Vorratskammern. Dort werden Stücke von trockenem Gras gelagert und auch Pilze gezüchtet. Es gibt sogar Kammern, wo die Toten hingebracht werden. Ebenfalls befinden sich noch Abfallkammern in den Hügeln. Diese werden mit Kot und weiterm Unrat gefüllt. Danach werden sie verschlossen.

Im Hügelinnern entsteht eine ständige Theramik. Dies geschieht durch die Körperwärme der Tiere. Die Luft steigt und sie gelangt somit von oben her in die Belüftungskanäle. Dort wird sie abgekühlt und sie strömt in den Kanälen den Aussenwänden entlang nach unten. Während dieses Vorganges gibt die Luft Kohlendioxid ab und sie nimmt Sauerstoff auf. So kann sie dann regeneriert wieder von unten in den Wohnbereich gelangen.

In den Termitenhügel wohnen jedoch selten nur Termiten. Es können diverse Tiere in den Bauten leben wie z.B. Kolonien von Zuckerameisen. Im Gegensatz zu anderen Ameisen leben diese friedlich neben den Termiten. Es gibt jedoch auch andere Arten, welche als Räuber bezeichnet werden. Obschon sich die Termitensoldaten heftig gegen diese räuberischen Ameisen zur Wehr setzen, kann es durchaus vorkommen, dass sie einen ganzen Termitenstamm vernichten. Ebenfalls können Frösche in Termitenbauten leben. Diese ernähren sich dann auch von ihnen, verringern jedoch deren Bestände kaum. Es kommt auch vor, dass sich Warane ihre Wohnhöhlen in Termitenhügel graben. Ebenso sind auch Eisvögel dort anzutreffen. Und der Goldschultersittich, welcher vorallem im Nordosten Australiens verbreitet ist, brütet hauptsächlich in Termitenhügeln. Natürlich können auch verschiedene Termitenarten zusammen in einem Hügel leben.

Termiten ernähren sich nur von pflanzlichen Stoffen. Ihre Hauptnahrung sind Holz, dürres Gras und Pilze, welche sie in den Bauten züchten. In ihrem Körperinnern besitzt die Termite verschiedene Arten von lebenden Mikroorganismen. Dies dient der Verdauung von Zellulose.

Eugenia Fritzler, Marco Krings, Michael Strotmann
Hasan Gürbüz, Steffen Bolenius