Der Emu ist der zweitgrösste Vogel der Welt. Er Emu wird bis zu 1,8 m hoch und bis 60 kg schwer. Der grösste Vogel ist der Strauss, mit dem der Emu jedoch nicht näher verwandt ist.
Der Emu ist, neben dem Känguruh, das zweite Wappentier Australiens. Seine Erscheinung ist, dank dem langen Hals, ziemlich majestätisch und das gibt ihm auch einen besonderen Charakter.
Die Flügel des Emus sind zum Fliegen unbrauchbar. Dafür hat er sehr starke Laufbeine. Mit ihnen erreicht er eine Geschwindigkeit von bis über 50 km/h. Ebenfalls ist er ein guter Schwimmer, und in der Not ist er auch imstande, grössere Gewässer zu überqueren.
Gefährlich wird der Emu nur, wenn man ihn in die Enge treibt. Dann kann er seinem Gegenüber sehr starke Verletzungen zufügen mit seinen harten Fusstritten und seinen scharfen Krallen. Lässt man ihn jedoch in Ruhe, so ist er ein harmloses Tier.
Die Hauptnahrung des Emus sind Insekten. Besonders Heuschrecken und Raupen. Ebenfalls ernährt er sich von Beeren, Früchten, Kräuter, Gräser, Blüten und Sämereien.
Der Emu lebt meistens in einer Zweierbeziehung. Was jedoch auch vorkommt ist, dass ein Weibchen mehrere Männchen hat. Sie lassen sich meistens unter einem Baum oder hohen Büschen nieder, indem sie das hohe Gras zu einem flachen Nest niedertrampeln. Das Weibchen legt dann meistens zwischen acht und zehn Eier. Diese sind um die 700 gramm schwer. Ihre Farbe ist dunkelgrün und sie besitzen eine glänzende, runzlige Oberfläche. Allmählich werden sie dunkler, bis sie fast eine schwarze Farbe erhalten. Die Aufgabe des Brütens liegt dem Emuhahn zugrunde. Er weicht manchmal mehrere Wochen nicht von ihrer Seite, so dass er keine Nahrung und keine Flüssigkeit zu sich nehmen kann. Einige Weibchen bleiben ebenfalls in der Nähe des Nestes, andere lassen sich von einem anderen Hahn erneut decken und produzieren mit ihm erneut eine Brut. Die Jungen schlüpfen schliesslich nach ca. 2 Monaten. Sie sind braun weiss gestreift. Entweder kümmern sich beide Elternteile um die Kleinen, oder die Aufgabe wird vom Vater übernommen.
Leider wurde jedoch auch der Emu in Massen getötet. Früher wurden sogar von der Regierung Prämien für jeden erlegten Emu bezahlt. Heute dürfen die Emus nur noch getötet werden, wenn sie in Landwirtschaftsgebiet eindringen, da er bei den Viehzüchtern als Nahrungskonkurrent ihrer Nutztiere gilt. Bei den Aborigines galt der Emu als ein besonders feiner leckerbissen. Da sie jedoch sehr naturverbunden waren und mit dieser im Einklang lebten, griffen sie den Stand der Emupopulation nie an. Erst mit der Ankunft der Weissen in Australien verringeerten sich die Bestände. Zu dieser Zeit gab es auch noch Emus auf dem ganzen Kontinent, auch auf Tasmanien. Auf Kangaroo Island und auf King Island gab es sogar noch eine zweite Emuart, den Schwarzen Emu. Er war etwas kleiner. Im Jahre 1804 wurde er das erste Mal entdeckt, doch bereits 20 Jahre später war seine Art ausgerottet. Ebenfalls ausgerottet wurden die Emus auf Tasmanien, und aus allen besiedelten, küstennahmen Gebieten des Festlandes. Heute lebt er vorallem im Nordwesten Australiens, in abgelegenen, kaum genutzten Trockenbusch- und Graslandgebieten.
Da der Emu täglich Wasser braucht in erreichbarer Nähe, kann er in den eigentlichen Wüsten nicht leben. Falls die Wasserlöcher, bei denen sie leben, austrocknen, so gehen sie auf weite Wanderschaften, immer auf der Suche nach feuchteren Gebieten.