Asien

der größte Kontinent unserer Erde ...

Tigerpython

(Python molurus)

Tigerpython It seems that you do not have a Flash Plugin. Please install the latest Flash Player.

Der Tigerpython (Python molurus) ist eine Schlangenart aus der Familie der Risenschlangen und wird dort in die Unterfamilie der Pythons gestellt. Es werden zwei Unterarten anerkannt, für die neuerdings auch Artstatus diskutiert wird: Der Helle Tigerpython (Python molurus molurus) und der Dunkle Tigerpython (P. m. bivittatus). Die dunkle Unterart gehört mit gesicherten Längen über fünf Meter zu den größten Schlangen der Welt. Das Verbreitungsgebiet umfasst weite Teile der Tropen und Subtropen Süd- und Südostasiens. Die Art bewohnt dort ein weites Spektrum bewaldeter Habitate in nicht zu großer Entfernung von Gewässern und zumindest gelegentlich auch Randbereiche menschlicher Siedlungen. Seit einigen Jahrzehnten hat sich außerdem eine durch illegale Auswilderungen begründete Population in Florida etabliert.
Die Nahrung besteht je nach Größe der Pythons aus kleinen bis mittelgroßen, sehr selten auch großen Wirbeltieren bis hin zu halbwüchsigen Schweinshirschen und erwachsenen Leoparden. Tigerpythons sind wie alle Arten der Gattung Python eierlegend (ovipar) und gehören zu den Arten, bei denen die Weibchen die Bebrütungstemperatur durch Muskelzittern deutlich erhöhen können. Der Tigerpython wird aufgrund seiner Gefährdung durch direkte Verfolgung und Habitatzerstörung von der IUCN als Art der Vorwarnliste („near threatened“) geführt.

Juvenile Tiere sind recht schlank gebaut, adulte Tigerpythons haben jedoch einen sehr kräftigen Körper. Hinsichtlich Körperlänge und -gewicht ist ein deutlicher Geschlechtsdimorphismus vorhanden: Weibchen sind im Mittel erheblich größer und schwerer als Männchen. Der Kopf ist wuchtig, beinahe zwei mal so lang wie breit und mäßig vom Hals abgesetzt.Die seitliche Anordnung der Augen ergibt ein Sehfeld von 135°. Der kräftige Greifschwanz macht bei Weibchen etwa 12 % und bei Männchen bis zu 14 % der Gesamtlänge aus. Aftersporne sind bei Männchen deutlich prominenter ausgebildet als bei Weibchen. Das Erbgut besteht aus 36 diploiden Chromosomen (2n = 36) mit 16 Makrochromosomen und 20 Mikrochromosomen.

Das Verbreitungsgebiet des Hellen Tigerpythons reicht von Südost-Pakistan über Indien und Sri Lanka bis nach Nepal, Bhutan und Bangladesch.

Verbreitung Tigerpython

Die Verbreitung des Dunklen Tigerpythons schließt sich östlich an die des Hellen Tigerpythons an. Sie erstreckt sich von Nordost-Indien, Neapel, West-Bhutan, Südost-Bangladesch über Burma, Thailand, Kambodscha, Laos, dem nördlichen Teil der Malaiischen Halbinsel, Vietnam bis Südchina mit einer nördlichen, isolierten Population im Sichuan-Becken und inklusive Hainan. Weiter südlich fehlt er auf den Inseln Borneo und Sumatra. Erst anschließend an diese markante Verbreitungslücke erstreckt sich sein Vorkommen auf die Insel Java, Süd-Sulawesi und die kleinen Sunda-Inseln Bali und Sumbawa.
In Nordost-Indien, Nepal, West-Bhutan, Südwest-Bangladesch und eventuell auch in Nordwest-Burma überschneidet sich die Verbreitung der beiden Unterarten. Sie bewohnen hier benachbarte Lebensräume, an einigen Orten sogar dieselben. In Bangladesch scheint der Dunkle Tigerpython besonders entlang des Brahmaputra vorzukommen. Im vom Hellen Tigerpython dominierten Indien und Nepal sind erst vor Kurzem Populationen des Dunklen Tigerpythons entdeckt worden: In Nepal namentlich im Bardia Nationalpark-und im Chitwan Nationalpark, sowie in der Sagarmatha Zone. Letztere geht südlich ins indische Ost-Bihar über. In Indien findet man den Dunklen Tigerpython zudem im Corbett Nationalparkund im Bhitarkanika-Nationalparkund in Süd-Kolkata. Wie groß die dortigen Verbreitungsgebiete der dunklen Unterart sind und ob sie vielleicht teilweise zusammenhängen ist bisher nicht bekannt.
Durch illegale Auswilderungen von Terrarientieren hat sich seit 1979 eine Population des Dunklen Tigerpythons in den Everglades in Florida etabliert.

Eugenia Fritzler, Marco Krings, Michael Strotmann
Hasan Gürbüz, Steffen Bolenius