Lange war das Nashorn in Afrika vom Aussterben bedroht. Inzwischen haben sich die Bestände erholt, und Besucher können die seltenen Tiere bei Safaris beobachten.
Heute gibt es nur noch 5 verschiedene Nashornarten weltweit. In Afrika sind 2 Arten vorhanden, das Breitmaulnashorn und das Spitzmaulnashorn.
Wesentliches Merkmal der Nashörner sind die Hörner auf der Nase. Je nach Art gibt es ein Horn oder zwei Hörner. Das bisher größte bekannte Horn hat 1,58 m gemessen.
Die beiden afrikanischen Arten unterscheiden sich stark im Ernährungsverhalten. Während das Breitmaulnashorn ein typischer Grasfresser ist, hat sich das Spitzmaulnashorn zu einem Laubfresser entwickelt. Dabei ergreift es die Zweige mit der beweglichen, verlängerten Oberlippe und zerkaut sie.
Nashörner benötigen viel Salz und besuchen häufig sogenannte Salzlecken, wo seit Generationen von den Nashörnern an Salzsteinen Salz geleckt wird.
Insgesamt sind Nashörner typische Einzelgänger. Ihre Reviere (ca. 100 - 200 Hektar) kennzeichnen sie mit Duftmarken aus Kot und Harn. Rangniedere Bullen versprühen oftmals keinen Harn und markieren auch keine Wechsel für sich. Bis zu 4 Meter weit sprühen die Bullen ihren Harn. Oftmals werden auch die Pflanzen am Weg markiert, um sich eine bessere Orientierung zu verschaffen.
Während der Brunftzeit paart sich eine Kuh nur einmal. Die Tragezeit beträgt 18 Monate; es wird in der Regel ein einzelnes Junge geboren.
Wie bei allen Huftieren steht das knapp 40 kg schwere Nashornjunge bald nach der Geburt selbständig auf und beginnt nach ungefähr einer Stunde bei der Mutter zu trinken. Bereits nach 5 Wochen beginnt das Horn zu wachsen. Das Kalb wächst bei der Mutter auf und wird erst vor der Geburt des nächsten Kalbs von der Mutter verstoßen. In einigen Fällen kehrt das verstoßene Kalb nach einigen Monaten zur Mutter zurück, so dass sich kleine lose Verbände bilden, die aber nie mehr als 3 bis 4 Tiere umfassen.
Nach 3 Jahren sind die jungen Kühe geschlechtsreif und bringen mit ca. 6 Jahren ihr erstes Junge zur Welt. Zwischen den Geburten liegt oft 3 Jahre Pause.
Wie viele andere große Landsäugetiere sind auch die Nashörner vom Aussterben bedroht, zum einen durch den Verlust von Lebensraum verursacht durch den Menschen und zum anderen durch die Jagd auf Nashörner. Zwischen 2.000 bis 5.000 Exemplare leben noch in freier Wildbahn, zumeist in Schutzgebieten.
Spitzmaulnashorn
Das Spitzmaulnashorn lebt in der Übergangslandschaft zwischen der trockenen Savanne und dem Hochwald in Ost- und Südafrika, auch in Halbwüsten kann es sie überleben. Nur in den feuchten, heissen Regenwäldern sieht man Spitzmaulnashörner nie. Sie benötigen offene Wasserstellen, wo sie sich im Schlamm wälzen können, um sich vor Insekten zu schützen und kleine Wunden zu verschließen.
Spitzmaulnashörner können ausgewachsen mehr als 1,5 Tonnen wiegen. Sie erreichen eine Körperhöhe von ca. 1,5 Meter und eine Körperlänge von bis zu 4 Metern. Damit ist es die kleinere der beiden afrikanischen Nashornarten. Sie wirken schwerfällig und träge, was aber nicht der Fall ist. Sie sind in der Lage längere Strecken zu traben und fast jedes Gelände zu begehen, sie werden dabei zwischen 40 und 50 km/h schnell. Selbst in Höhen um 3.000 Meter sind sie schon gesehen worden. Es hat zwei Hörner, das vordere ist etwas länger . Als Unterscheidungsmerkmale zum Breitmaulnashorn dienen der verhältnismäßig gedrungene Schßdel, zwei tief angesetzte Hörner und die fingerförmige Oberlippe des Spitzmaulnashorns.
Spitzmaulnashörner haben einen exzellenten Geruchssinn und ein gutes Gehör. Die Augen sind dagegen von untergeordneter Bedeutung; auf eine Entfernung von 20 m kann ein Nashorn kaum noch etwas erkennen.
Breitmaulnashorn
Das Breitmaulnashorn ist nach den drei Elefantenarten das viertgrößte Landsäugetier. Es weist eine Kopfrumpflänge von 3 bis 4 m, eine Schulterhöhe von 160 bis 200 cm und ein Gewicht von 1.400 bis 3.500 kg auf und ist damit auch größer als alle anderen Nashornarten. Es bildet zwei Hörner aus, wovon das vordere eine Länge von über 150 cm erreicht, das hintere jedoch ist deutlich kleiner. Die Unterlippe hat eine hornige Kante, die die fehlenden Schneidezähne ersetzt und mit deren Hilfe die Tiere die Grasnahrung abreißen.
Der Geruchssinn ist sein wichtigster Sinn; Ohren und Augen spielen dagegen untergeordnete Rollen. Wie das Spitzmaulnashorn kann es auf eine Entfernung von 20 m kaum noch etwas erkennen.
Außer dem Menschen haben die Nashörner keine echten Feinde in der Wildnis. Insbesondere der Glaube an die Heilkräfte des Horns in Asien, hat zu deutlichen Minimierungen der Bestände durch Bejagung geführt.