Afrika,

dunkel lockende Welt ...

Hyäne

(Hyaenidae)

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Die Hyäne ist Afrikas häufigst anzutreffendes großes Raubtier. Über die Jahre sind Hyänen und Menschen in Afrika in engen Kontakt geraten, und in früheren Zeiten hat das oft zur gegenseitigen Jagd geführt. Im antiken Ägypten wurden Hyänen gezähmt, gemästet und gegessen und im Gegenzug wurden Menschen bei Gelegenheit Futter für die Hyänen. Oft werden Hyänen als feig und scheu angesehen, sie können aber auch mutig und gefährlich sein, wenn sie andere Tiere oder Menschen angreifen.

Es gibt 3 Arten von Hyänen in Afrika, die Tüpfelhyäne, die Streifenhyäne und die Braune Hyäne. Im Gegensatz zu den meisten anderen Tieren, haben die Weibchen der Tüpfelhyäne das Sagen, was sich auch in einem größeren Gewicht niederschlägt.

Es ist sehr schwierig in der Natur Männchen und Weibchen voneinander zu unterscheiden. Sie sind jedoch keine Zwitter, noch können sie ihr Geschlecht wechseln, wie viele Menschen glauben. Obwohl die externen Geschlechtsorgane der Weibchen denen der Männchen sehr ähnlich sehen, so sind sie doch weibliche Organe und nur die Weibchen säugen und tragen die Kinder aus. Warum sich die weibliche Hyäne so entwickelt hat, ist noch nicht geklärt. Man nimmt aber an, dass das notwendig war um groß und stark zu wirken um die Jungen vor den Männchen der Hyänen zu schützen, welche zu kanibalischen Eigenschaften tendieren.

Tüpfelhyänen leben in Familienverbänden (Clans) und verteidigen ihr Territorium gegenüber anderen Clans. Das Zentrum des Territoriums bildet ihre Höhle, in denen die Jungen aufgezogen werden, und in denen man sich trifft. Die Höhle befindet sich für gewöhnlich auf einem erhöhten Platz etwa in der Mitte des Territoriums. Ihre Eingänge sind unterirdisch durch Tunnel miteinander verbunden.

Hyänen markieren und kontrollieren ihr Gebiet durch Ausscheiden einer stark riechenden Substanz, die von den Analdrüsen gebildet werden. Sie wird an Pflanzen entlang der Territoriengrenzen deponiert. "Toiletten", Plätze an denen Mitglieder eines Clans ihre Ausscheidungen platzieren, dienen ebenfalls als Markierung der Grenzen. Durch den hohen Anteil an Mineralien, den sie durch den Verzehr von Knochen aufnehmen, haben die Ausscheidungen der Hyäne eine stark sichtbare weiße Farbe.
Hyänen sind soziale Tiere, die miteinander durch eine Reihe von speziellen Rufen, Körpergesten sowie Signalen kommunizieren. Sie können sehr schnell ihre Absichten anderen Tieren mitteilen. Wenn eine Hyäne ihren Schwanz gerade hat, so signalisiert das zum Beispiel eine bevorstehende Attacke. Wenn er hochgestreckt und über den Rücken gehalten wird, so ist sie sehr erregt usw.

Die Tüpfelhyäne ist ein sehr guter Jäger, aber auch ein Aasfresser. Sie sucht sich für gewöhnlich das attraktivste und am leichtesten zu erreichende Futter aus. So kann es sein, dass sie frisches Ass links liegen läßt, wenn sich dagegen eine Fülle von verwundbaren Gnukälbern in der Nähe herumtreibt. Die Hyäne frißt Tiere unterschiedlicher Art und Größe (auch Vieh und sogar Hyänen), Aas, Knochen, Pflanzenteile sowie andere Tierausscheidungen. Die kräftigen Kiefer und der Verdauungstrakt der Hyänen ermöglichen ihr es, Nahrung auch aus Knochen und Haut zu gewinnen. Der einzige Teil, der nicht richtig verwertet werden kann sind Haare, Geweihe und Hufe. Diese werden wieder in der Form von Kugeln ausgeschieden. Da Hyänen meistens nachts auf Jagd gehen, bleibt bis zum Tag nicht viel übrig. Obwohl sie viele trockene Knochen fressen, können Hyänen mit wenig Wasser auskommen.

Hyänen bringen für gewöhnlich einen Wurf aus 2 bis 4 Jungtieren zur Welt. Die Jungtiere beginnen mit dem Fleischfressen nach ca. 5 Monaten, sie werden aber noch bis zum Alter von 12 - 18 Monaten gesäugt, was eine ungewöhnlich lang Zeit für Raubtiere ist. Das ist wahrscheinlich nötig, weil Hyänen ihre Beute meist weit abseits der Höhle machen und sie, im Gegensatz zum Schackal oder zum Wildhund, nicht mit zu den Höhlen schleppen. Im Alter von 1 Jahr beginnen die Jungtiere, die Eltern bei ihren Raubzügen zu begleiten. Bis zu diesem Zeitpunkt bleiben sie in der Höhle, die dann von einem ausgewachsenem Tier bewacht wird.

Hyänen sind in weiten Teilen Afrikas und im westlichen und südlichen Asien beheimatet. In Afrika reicht ihr Verbreitungsgebiet vom Atlasgebirge bis nach Südafrika, sie fehlen allerdings in den reinen Wüstengebieten der Sahara und im Kongobecken.

Generell bewohnen Hyänen eher trockene Gebiete wie Halbwüsten, Savannen, Buschsteppen und felsige Bergländer, manchmal sind sie auch in Sumpfgebieten und Gebirgswäldern zu finden. Im Äthiopischen Hochland sind sie bis in 4100 Meter Seehöhe anzutreffen. Allerdings meiden sie reine Sandwüsten ebenso wie Tiefland-Regenwälder. Hyänen sind in der Regel nicht sehr wählerisch in Bezug auf ihren Lebensraum, jede der vier Arten kommt in mehreren Habitaten vor. Sie haben wenig Scheu vor Menschen und halten sich gelegentlich auch in der Nähe menschlicher Ansiedlungen auf.

Eugenia Fritzler, Marco Krings, Michael Strotmann
Hasan Gürbüz, Steffen Bolenius