Übersichtskarte Australien

Western Australia

 

Western Australia ist ein australischer Bundesstaat. Seine Hauptstadt ist Perth.

Map
Basisdaten
Hauptstadt
Perth
Fläche
2.529.880 km²
Einwohner
2.003.800 (2005)
Bevölkerungsdichte
0,79 Einwohner je km²
ISO 3166-2
AU-WA
Offizielle Website:
Politik
Gouverneur Ken Michael
Premierminister Alan Carpenter (ALP)
Parlamentssitze:

15 Repräsentatenhaus

 

 

Geographie

 

Der Bundesstaat Westaustralien gliedert sich von Norden nach Süden in das vielgestaltige Kimberleyplateau mit den Bungle Bungles, die Große Sandwüste, das Gebirge Hamersley Range(1235 m), den westlichen Teil der Großen Victoriawüste und die Nullarbor-Wüste. Landschaftlich dominierend sind die einförmigen Rumpfländer des Australischen Schildes.

Es gibt aber auch interessante geologische Formationen wie den wellenförmigen Wave Rock, die China Wall bei Halls Creek oder die Pinnacles, freistehende Kalksteinsäulen (Limestone). Westaustralien lässt sich über die geologische Einteilung in elf Regionen unterteilen: Perth und Fremantle, Peel, South West, Great Southern, Esperance, Goldfields, Heartlands, Mid West, Gascoyne-Outback Coast, Pilbara und Kimberley.

Die gesamte Landfläche von Westaustralien beträgt 2.529.880 km² und ist damit sieben Mal so groß wie Deutschland. In der Pilbara Region von Westaustralien finden sich Versteinerungen der Gruppe der ältesten Lebensformen, die bisher gefunden wurden Stromatolithen im Alter von fast 3,5 Milliarden JahrenMit den lebenden Stromatolithen in Hamelin an der Shark Bay besitzt Westaustralien ein Stück UNESCO-Weltnaturerbe.

 

Perth

www.cityofperth.wa.gov.au

Night Perth

 

Perth, Hauptstadt des Bundeslandes Westaustralien, ist eine lebendige, sonnenverwöhnte Großstadt am Swan River und dem Indischen Ozean.

Als Superlativ Perth dient der Titel "einsamsteGroßstadt der Welt" - schließlich ist Perth von allen anderen australischen Siedlungsräumen durch die riesige australische Wüste getrennt.

Die grosse Beliebtheit als Reiseziel kommt durch die einmalige Kombination von Stadtleben und Wassersport. Riesige Weingüter und Farmen liegen im Hinterland und in das Outback ist es nicht weit. Die Innenstadt gibt sich modern und geschäftig, die Vororte besitzen teilweise einen starken englischen Einschlag.

Das jährliche Western Australian Wildflower Festival im September ist vielleicht die schönste und fotogenste Zeit um Perth zu besuchen. Perth hat einen sehr hohen Freizeitwert mit sehr vielseitiger Umgebung, darunter phantastische Sandstrände.

 

 

Man sieht sich auch gerne als australische Metropole des Wassersports. Top-Veranstaltungen - insbesondere im Wassersport - von internationalerBedeutung ziehen immer wieder Zuschauer aus aller Welt an (1998:Schwimm-WM, 1997: Windsurf-WM, 1983: Admirals Cup).

Surfer

 

 

Klima

 

Im Norden herrscht tropisch-heißes Monsunklima, im Südwesten warmgemäßigtes Winterregenklima, im Binnenland und im Südosten gibt es eine große Fläche mit sommerheißem und winterkühlem ariden Trockenklima.

Der Sommer (von Dezember bis März) bringt im Norden starke Niederschläge und drückende Luftfeuchtigkeit, während im Landesinneren Temperaturen deutlich über 40 °C zu ertragen sind. Nur die Küste wird dann abends durch Meereswinde gekühlt, wie zum Beispiel die Hauptstadt Perth durch den sogenannten Fremantle Doctor.

Perth genießt ein angenehmes Mittelmeerklima mit langen, heißen Sommermonaten (Dezember bis Februar) und milden, kühleren Wintermonaten (Juni bis August) und hat mit im Durchschnitt acht Stunden Sonnenscheindauer pro Tag mehr als jede andere australische Stadt.

 

 

Bevölkerung

 

Westaustralien ist äußerst dünn besiedelt. Von den 2 Millionen Einwohnern wohnen allein 1,4 Millionen in der Metropolitan Area Perth mit Perth und Fremantle. Der größte Teil der restlichen 600.000 konzentriert sich auf den relativ kleinen Teil um die Südwestspitze Australiens.

Die zweitgrößte Stadt Westaustraliens ist Bunbury mit 50.000 Einwohnern (175 km südlich von Perth).

 

 

Wirtschaft

 

Hauptwirtschaftszweig von WA ist der Bergbau bzw. das individuelle Schürfen nach Bodenschätzen. Über 90 % der australischen Erzförderung stammt aus Westaustralien. Dies sind insbesondere Metallerze wie Eisenerz, Uran-, Nickel-, Zinnerz und Gold neben anderen Mineralien wie Bauxit oder Coltan. An Energierohstoffen wird Steinkohle, Erdöl und Erdgas gefördert, die Edelsteingewinnung bringt hauptsächlich Diamanten.

Weite Gebiete Westaustraliens sind wegen des trockenen und heißen Klimas nur als Weideland für Schafe nutzbar, andere Landwirtschaftsarten sind Rinder- und Schweinehaltung in Ackerbaugebieten sowie der Anbau von Obst, Getreide, Kartoffeln und Wein. Zwei Drittel der australischen Weizenproduktion stammen aus den westaustralischen Heartlands. Die verarbeitende Industrie konzentriert sich im Raum Perth, ca. 75 % der Bevölkerung lebt dort, dies waren 1998 knapp 1,86 Millionen Menschen.

Wegen der landschaftlichen Vielfalt und einer interessanten Flora und Fauna beginnt allmählich auch Tourismus eine gewisse Rolle zu spielen, z.B. Rottnest Island oder die zahmen Delfine von Monkey Mia in der Shark Bay, welche mittlerweile zum Weltkulturerbe gehört, oder auch das Tauchparadies am Ningaloo Reef. Auf den Lacepedeinseln befinden sich wichtige Brutgebiete von Seevögeln und Meeresschildkröten, die auch von Touristen besucht werden.

 

 

Geschichte

 

www.fremantle.wa.gov.au/

Die Westküste wurde erstmals 1616 von dem Holländer Dirk Hartog bei Shark Bay erreicht. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts hatten andere Seefahrer (unter ihnen Abel Tasman und Willem de Vlamingh) im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompagnie dann den kompletten Küstenverlauf erkundet. Man konnte jedoch mit den angetroffenen Aborigines keinen Handel treiben und verlor das Interesse an diesem Gebiet.

Fremantle

Erster inoffizieller Besiedlungsversuch 1826 von Briten in der Gegend des heutigen Albany. 1827 kehrte Captain James Stirling von einer Expedition zurück und berichtete dem britischen König viel positiver von der Gegend um den Swan River.

Nicht zuletzt um Besiedlungsversuchen anderer Nationen zuvor zu kommen, erhielt er den Auftrag zur Gründung einer neuen Kolonie. Im April 1829 landete zunächst Captain Charles Fremantle mit seinem Schiff Challenger, im Mai dann auch Captain James Stirling mit seinem Schiff Parmelia an der Flussmündung.

Sie gründeten dort die Swan River Kolonie, benannt nach den hier zahlreich vorkommenden schwarzen Schwänen. Später wurde daraus dann Western Australia.

Dabei verdrängten sie die Ureinwohner, die Aborigines, die schon seit über 10.000 Jahren in dem Gebiet ansässig waren.

Im Gegensatz zu den östlichen Kolonien erfolgte die Kolonisierung hier erst mal ohne Strafgefangene. Als Keimzelle zunächst drei Ansiedlungen:

- Der Hafen Fremantle direkt an der Flussmündung, (benannt nach dem ersten Captain),

- der "Wohnort" Perth ca. 20 km flussauf an einer seeförmigen Ausweitung des Flusslaufes (benannt zu Ehren des Schwiegervaters von Capt. Fremantle, Sir Charles Murray, Abgeordneter von Perth, Schottland) und

- weitere 20 km flussauf - soweit die Schiffe fahren konnten - dann noch Guildford (benannt nach den Schwiegervater von Capt. Stirling, der Abgeordneter von Guildford, Surrey war) als Tor zum fruchtbaren Swan Valley, das die Versorgung der Kolonie sicherstellen sollte. Fremantle2

Capt. James Stirling selbst wurde erster Gouverneur der neuen Kolonie. Da die wachsende Kolonie einen großen Mangel an Arbeitskräften hatte, wurden in der Zeit zwischen 1850 und 1868 dann doch ca. 10.000 Sträflinge für den Bau von öffentlichen Einrichtungen eingesetzt.

In den 1890er Jahren kam es zu einem Goldrausch. 1901 wurde Western Australia als Gründungsmitglied ein Bundesstaat des neu gegründeten Australischen Bundes. Nach dem Zweiten Weltkrieg kam die europäischstämmige Bevölkerung zu einem gewissen Wohlstand, während viele Aborigines auch heute noch in Reservaten in ärmlichen Verhältnissen leben.