Gesundheit

Bewegung ist gut für Herz-Kreislauf, Muskeln und Gelenke. Auch das Immunsystem wird gestärkt: Jogger sind seltener krank. Wissenschaftliche Untersuchungen haben es gezeigt: Jogger sind seltener krank als Menschen, die den Sessel zur Regeneration vorziehen. Das Immunsystem, so die Forscher, wird bei sporttreibenden Menschen um 30 bis 50 Prozent stärker. Ein hoher, fast unglaublicher Wert. Wohl gemerkt: Es geht um das lockere Joggen, nicht um Hochleistungssport. Weil auch die Wissenschaft von diesem Ergebnis überrascht war, ist die Zahl der Untersuchungen in den 90er Jahren sprunghaft gestiegen. Und sie alle haben gezeigt: Es ist wirklich wahr.Profisportler müssen sich übrigens damit abfinden, dass ihr Immunsystem das intensive Training nicht gut verträgt: Sie sind häufiger krank. Prominentestes Beispiel ist Radfahrer Jan Ullrich.


Invasion von Handwerkern im Körper

In den 50er Jahren stellte sich in London heraus, dass Bus-Schaffner besonders fit waren. Der Grund: Sie stiegen den ganzen Tag im Doppeldecker treppauf und treppab. Viel Arbeit für die fahrenden Stadtangestellten. Die Anstregung ist aber gesund: Denn bei dieser Muskelarbeit entstehen viele kleine Reizungen, minimale Entzündungen, die sofort repariert werden. Aber auch Erschütterungen des Darms verursachen kleine Verletzungen, durch die Fremdstoffe in den Blutkreislauf gelangen. In der Folge rückt ein Heer von Reparaturzellen im Körper aus und behebt die "defekten" Stellen. Dabei sind mehr "Mechaniker" unterwegs als eigentlich benötigt. Bakterien, Giftstoffe und andere Fremdkörper im Organismus sind permanent in Gefahr: Viele Handwerker erkennen viel und können viel reparieren. Sind die kleinen Muskelverletzungen behoben, kümmern sich die Reparaturzellen um alle anderen Eindringlinge. Der Körper hilft sich selbst. Wegen dieser Erkenntnisse ist die moderne Medizin dazu übergegangen, leichten Ausdauersport in die Therapie von Krebs- und HIV-Patienten zu integrieren.


Laufverbot bei akuten Infektionen

Bei Schnupfen, Husten oder anderen Infektionen sollten Läufer aber besser nicht trainieren. Der Glaube, einen drohenden Infekt beim Joggen ausschwitzen zu können, ist ein Irrtum. Das Gegenteil trifft zu: Beanspruchen wir unseren Körper in dem Moment, in dem er gerade gegen Viren oder Bakterien kämpft, haben diese leichtes Spiel. Absolutes Sportverbot gilt auch bei Gliederschmerzen, erhöhter Körpertemperatur, geschwollenen Lymphknoten oder erhöhtem Puls. Ein Gang zum Arzt ist hier eher zu empfehlen.


Es ist nie zu spät

Moderates Sporttreiben lindert viele Leiden und wirkt vorbeugend: Die Risiken, an Herz-Kreislaufleiden, Krebs oder Diabetes zu erkranken, sinken jeweils um ein Vielfaches. Sollte der Läufer dann doch einmal flachliegen, hilft das vorangegangene Ausdauertraining beim Auskurieren: Man wird schneller wieder gesund. Inzwischen wird übrigens sogar der Mangel an Bewegung selbst als Risikofaktor für Krankheiten angesehen. Zu beachten ist auch, dass allein das Gefühl, weniger krank zu sein, zu einer fröhlicheren Grundeinstellung verhilft. Die Gedanken sind positiver, der Schlaf ist besser, dem Gesunden fällt es leichter, gesund zu bleiben. Aus der Sportmedizin kommt dabei die Erkenntnis, dass diese schönen Auswirkungen des Laufens nicht nur der Jugend oder jungen Erwachsenen vorbehalten bleiben. In jeder Altersstufe kann mit leichten Belastungen begonnen werden. Und Erfolg stellt sich schon bei wenigen Läufen ein. Schon wer regelmäßig einmal pro Woche läuft, verbessert sein Widerstandskraft enorm.
 

 
» Zum Laufen hilft nicht schnell sein. «

Miriam Stozek

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